Innenstadt und Baukultur
in Klein- und Mittelstädten in Hessen

4. Hessischer Tag der Baukultur digital aus Fritzlar

In Bearbeitung: Live-Mitschnitte und Dokumentation

Videos der Vorträge und Inputs demnächst hier

Wir alle wünschen uns ein lebendiges Zentrum, das attraktive Anlässe bietet, die Innenstadt aufzusuchen. Bereits vor der Pandemie erkannten insbesondere Kleinstädte, dass alte Modelle offenbar ausgedient haben. Was kann nun neben dem Handel entstehen? Kunst und Kultur, Bibliotheken, Kitas und Schulen als Begegnungsräume werden ebenso diskutiert wie neue Orte für stadtverträgliche Manufakturen und (Kleinst-)Produktion. Auch das Wohnen oder temporäre Pop up-Formate sollen wieder für Mischung und Belebung in den Innenstädten sorgen.

Wenn Kommunen sich auf den Weg machen, den Wandel zu gestalten, sind gute Konzepte und Qualität in Planung und Umsetzung gefragt. Hier kommt die Baukultur ins Spiel. Denn nimmt man ihre Anliegen ernst, entstehen nachhaltige, identitätsstiftende und schöne Bauwerke – ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor, der auch das Potential hat, Bürgerinnen und Bürger stolz und glücklich zu machen.

Um neue Ideen und beispielgebende Lösungen zu zeigen, hatte die Landesinitiative +Baukultur in Hessen am Nachmittag des Freitag, 16. Juli 2021 zum vierten hessischen Tag der Baukultur eingeladen. Mit dem Thema Baukultur und Innenstadt konzentrierte sich die Veranstaltung primär auf kleine und mittelgroße Städte. Das graphic recording bietet einen ersten Eindruck der Ergebnisse. Das Magazin zur Veranstaltung erscheint voraussichtlich im Herbst / Winter 2021.

Pressemitteilung

graphic recording TAG DER BAUKULTUR 2021

Programm

16. Juli 2021, 15-19 Uhr

LIVESTREAM AUS DEM HOCHZEITSHAUS

Wir alle wünschen uns ein lebendiges Zentrum, das attraktive Anlässe bietet, die Innenstadt aufzusuchen. Bereits vor der Pandemie erkannten insbesondere Kleinstädte, dass alte Modelle offenbar ausgedient haben. Was kann nun neben dem Handel entstehen? Kunst und Kultur, Bibliotheken, Kitas und Schulen als Begegnungsräume werden ebenso diskutiert wie neue Orte für stadtverträgliche Manufakturen und (Kleinst-)Produktion. Auch das Wohnen oder temporäre Pop up-Formate sollen wieder für Mischung und Belebung in den Innenstädten sorgen.

Wenn Kommunen sich auf den Weg machen, den Wandel zu gestalten, sind gute Konzepte und Qualität in Planung und Umsetzung gefragt. Hier kommt die Baukultur ins Spiel. Denn nimmt man ihre Anliegen ernst, entstehen nachhaltige, identitätsstiftende und schöne Bauwerke – ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor, der auch das Potential hat, Bürgerinnen und Bürger stolz und glücklich zu machen.

Um neue Ideen und beispielgebende Lösungen zu zeigen, lädt die Landesinitiative +Baukultur in Hessen am Nachmittag des Freitag, 16. Juli 2021 herzlich zum vierten hessischen Tag der Baukultur ein. Mit dem Thema Baukultur und Innenstadt konzentriert sich die Veranstaltung primär auf kleine und mittelgroße Städte. Sie richtet sich an kommunale Ansprechpartner*innen ebenso wie an private Bauherr*innen, Expert*innen, Unternehmen, Initiativen, engagierte Bürger*innen und lokale Vereine.

Moderation: Xenia Diehl, Simon Schmidt

Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Ein Rundgang durch Fritzlar

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Marktplatz

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Bürgerbüro

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Hochzeitshaus

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St. Wigbert

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Drachenburg

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Dom St. Peter

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Rathaus

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Spitzenhäuschen /
Touristeninformation

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Rolandsbrunnen

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Grauer Turm

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Frauenturm

Marktplatz

Mitten im historischen Stadtzentrum Fritzlars liegt der Marktplatz, der mit seinen einzigartigen Fachwerkhäusern und dem aus der Renaissance stammenden Rolandsbrunnen als einer der schönsten seiner Art in Hessen gilt. Mit spätmittelalterlichen Bauten, wie dem stolzen Kontorsgebäude der Michaelsbruderschaft, blickt er auf eine geschichtsträchtige Vergangenheit als Handelsplatz zurück.

Der Markplatz heute
Als zentraler öffentlicher Freiraum ist der Fritzlarer Marktplatz heute ein Ort für Begegnung, Anlaufstelle für alltägliche Erledigungen und Raum für Veranstaltungen und Feste über das ganze Jahr hinweg.

Bis zum Beginn der Altstadtsanierung 1976 wurde der Marktplatz mit PKWs befahren, bot rundherum Parkplätze – insbesondere ober- und unterhalb des Rolandsbrunnens – und war bis in die 1960 Jahre Omnibushaltstelle für alle gewerblichen Buslinien. Erst nach 1976 konnte der Platz schrittweise und im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten mittels Einzelprojekten, wie z.B. der Wegnahme der Bürgersteige, zum Fußgängerbereich umgestaltet werden; eine grundlegende Neukonzeptionierung konnte erst nach 2010 angedacht werden.

Umgestaltung ab 2012
Vor seiner Umgestaltung von 2012 bis 2014 zeigte der Marktplatz zahlreiche Defizite. Während ein Gefälle im westlichen Bereich zu einer er-höhten Rutschgefahr bei Nässe führte, wirkte eine 30 Meter lange Mauer an der Südostseite des Platzes als unliebsame Barriere. Zudem fehlten Sitzmöglichkeiten im öffentlichen Bereich. Auch die Bühne im Ostteil des Platzes wirkte im Zusammenspiel mit dem hochwertigen Pflaster und den Fassadendetails der umgebenden repräsentativen Wohn- und Geschäftshäuser wie ein Fremdkörper.

Nutzungsoffener Marktplatz
Mithilfe einer Reihe von baulichen Maßnahmen wurden die genannten Mängel beseitigt und das Konzept eines nutzungsoffenen Marktplatzes verwirklicht. Heute überzeugt der Marktplatz durch eine hochwertige Ausstattung und eine hohe Aufenthaltsqualität. Das neue Mobiliar kann je nach Bedarf an andere Stellen versetzt werden und ermöglicht so z.B. die Durchführung des Wochenmarktes. Die barrierefreie Platzgestaltung mit heimischem und langlebigem Pflaster aus Basaltlava gewährleistet die ganzjährige Erreichbarkeit der Angebote aus Gastronomie und Einzelhandel. Die Mauer an der Südostseite des Platzes wurde abgebrochen und großzügige Sitzgelegenheiten rund um den Rolandsbrunnen installiert. Die alte Bühne wurde durch ein neues Podest im südwestlichen Bereich ersetzt, welches bei Veranstaltungen als Bühne genutzt wird. Es liegt waagerecht über der abfallenden Platzfläche und wird von einer auslaufenden Stufenanlage begrenzt, die gemeinsam mit der temporären Überdachung – ein Segel an Stützpfosten – zum Sitzen einlädt.

Intensiver Partizipationsprozesses
Die heutige Gestaltung des Platzes ist Ergebnis eines intensiven Partizipationsprozesses von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Von 2011 bis 2012 wurden die Umgestaltungsmaßnahmen in mehreren öffentlichen Sitzungen erarbeitet und abgestimmt. Die Finanzierung erfolgte im Rahmen der Städtebauförderung.

Bürgerbüro

Seit mehreren Jahren strebt die Stadt Fritzlar eine zentrale und barrierefreie Ansprechstelle für klassische Rathaus-Angelegenheiten an – ein Bürgerbüro. Eine Machbarkeitsstudie für das Erdgeschoss des historischen Rathauses zeigte, dass dort zu wenig Platz für Empfang, Besprechungsräume und weitere erforderliche Arbeitsplätze vorhanden war.

Mit dem aus einer Zwangsversteigerung im Januar 2018 erfolgten Ankauf des zwischen Marktplatz und Rathaus liegenden Gebäudes Markt 17 mitsamt der rückwärtigen Freifläche fiel der Startschuss für ein viel-versprechendes Großprojekt. Zum einen bot sich nun die Möglichkeit, den gesamten Innenhof des Rathausbereichs neu zu nutzen. Zum an-deren erhält das dringend benötigte Bürgerbüro einen unmittelbaren Zugang vom Marktplatz.

Attraktive Anlaufstelle
Zentrales Ziel des Projektes ist die Schaffung einer attraktiven Anlauf-stelle für alltägliche Service-Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger Fritzlars. Neben einem Empfang und einer Wartezone wird diese auch Serviceplätze für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Einwohnermeldeamtes und der Bereiche Passwesen, Gewerbeangelegenheiten, Steueramt, Ordnung und Soziales bereithalten. Besucherinnen und Besucher der Stadt sollen zukünftig im gleichen Gebäude durch die Tourismusinformation betreut werden. Doch nur etwa ein Fünftel des Flächenbedarfs von insgesamt knapp 550 Quadratmetern können durch das Bestandsgebäude – die ehemaligen Rolandstuben – gedeckt werden. Die übrige Fläche soll in einem flachen Anbau zwischen Rathaus und Rolandstuben realisiert werden.

In den beiden Obergeschossen des historischen Fachwerkbaus sind derzeit kommunale Wohnungen untergebracht, die jedoch einen erheblichen Sanierungsbedarf aufweisen. Sie sollen auch nach der Modernisierung als sozial geförderter Wohnraum genutzt werden. Im westlich direkt angrenzenden Fachwerkgebäude Spitzengasse 1, welches ebenfalls der Stadt gehört, ist die Einrichtung von weiteren Büroräumen der Verwaltung vorgesehen.

Barrierefreiheit im gesamten Rathaus
Die Neustrukturierung des Innenhofes wird dazu genutzt, einen Aufzug für das historische Rathaus in einem turmartigen Anbau zu installieren und somit die barrierefreie Erreichbarkeit des gesamten Rathauses zu sichern.
Im Februar 2020 war die Umsetzung des Projektes unter der Maßgabe einer auskömmlichen Förderung beschlossen worden. Nicht zuletzt aufgrund der Ausrichtung des Hessentages 2024 ist die Stadt bestrebt, die drei Bauabschnitte – Bürgerbüro, Wohnungen und Neubau mit Aufzug – bis 2023 fertigzustellen.
Die Finanzierung des Bürgerbüros erfolgt nahezu vollständig mit Mitteln des Städtebauförderprogrammes „Lebendige Zentren“.

Hochzeitshaus

Das in den Jahren 1580 bis 1590 erbaute Hochzeitshaus gilt als eines der größten und repräsentativsten Fachwerkhäuser Nordhessens. Es liegt in der historischen Altstadt, westlich des Marktplatzes. Der steinerne Unterbau geht auf eine Niederlassung des Zisterzienserklosters Haina zurück. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich eine abwechslungsreiche Nutzungshistorie: im siebenjährigen Krieg als Lazarett genutzt, beherbergte es von 1839 bis 1863 die Stadtverwaltung, ab 1867 eine Kaserne, von 1903 bis 1949 Nutzung als Schulgebäude, danach Nutzung als städtisches Mietswohnungshaus. Die langjährige Ausrichtung von Feierlichkeiten, insbesondere von Hochzeiten bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts brachte dem Hochzeitshaus seinen Namen ein.

In der jüngeren Vergangenheit beheimatete das Hochzeitshaus gemeinsam mit dem 1526 erbauten benachbarten Patrizierhaus das Museum für Vor- und Frühgeschichte, Volkskunde und Stadtgeschichte. Die Aufteilung auf mehrere Räumlichkeiten ließen die Ausstellung jedoch unübersichtlich erscheinen und erhöhten den personellen Auf-wand. Ausgehend von einer eigens erstellten Studie wurde das Ziel verfolgt, das Museum komplett ins Hochzeitshaus zu verlegen. Dies lieferte den Anstoß für die umfassende Sanierung.

Große Herausforderungen gemeistert
Die Fassade des Gebäudes wurde denkmalgerecht restauriert. Die größten Herausforderungen bei den Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten im Inneren bestanden in der Integration zeitgemäßer Standards sowie baurechtlicher Auflagen in das historische Gebäude. Die von Etage zu Etage verspringenden Treppenläufe wurden durch ein durchgehendes Treppenhaus ersetzt und ein Personenlift in der Raummitte ergänzt, der nun die barrierefreie Erschließung innerhalb des Gebäudes sicherstellt. Moderne Sanitäranlagen wurden jeweils in der Mitte der Räume angeordnet. Der Gebäudezugang wurde barrierefrei gestaltet und eine komplett neue Haustechnik installiert. Ein Blickfang ist das in den Grund eingelassene historische Bodenmosaik im Eingangsbereich. Die Fluchtwege-Anforderungen wurden in Abstimmung mit der Brandschutzbehörde, der Bauaufsicht und dem Denkmalschutz durch den Bau eines externen Turms mit Aufzug und Treppen gelöst, der über Stege an das Gebäude anschließt. Der Turm befindet sich am Grundstücksrand und wahrt damit die Gesamtansicht des Hochzeitshauses.

Zeitzeuge und Gedächtnis der Stadt
Im Erd- und ersten Obergeschoss wird das Museum neben der vor- und frühgeschichtlichen Sammlung auch eine umfangreiche Dokumentation der Fritzlarer Stadtgeschichte bereithalten. Damit repräsentiert das Hochzeitshaus als Zeitzeuge und Gedächtnis der Stadt einen zentralen Ort der Identifikation und Information. Im zweiten Obergeschoss ergänzen ein Veranstaltungsraum sowie ein Raum für Sonderausstellungen das sogenannte Hochzeitszimmer, in welchem sich Paare zukünftig trauen lassen können. Die Wiedereröffnung ist für das Jahr 2021 geplant.

Finanzierung
Die Sanierung des Hochzeitshauses wird ebenfalls über die Städtebauförderung finanziert.

St. Wigbert

Im westlichen Teil des Stadtkerns zwischen Fronhofweg und St. Wigbert-Straße vis à vis zum Frauenturm liegt das Gebäude St. Wigbert, das zuletzt als Schule genutzt wurde und heute, durch Neubauten ergänzt, als Wohngebäude dient.

Im Jahre 1926 erwarben der Ursulinenorden das innerhalb der westlichen Stadtmauer gelegene städtische Anwesen der Freiherren von Buttlar mit Wohnhaus, Wirtschaftsgebäuden und Gartenanlagen. Die Immobilie diente fortan als Haushaltsschule, ländliche Mädchenberufsschule und Kindergarten. 1982 zog die Ursulinenschule in St. Wigbert ein.

In den 1990er Jahren zeichnete sich ab, dass die Schule mit inzwischen 1.100 Schülerinnen und Schülern neue Gebäude benötigen würde. Die Neubauten südlich des Stadtkerns wurde 2011 fertiggestellt, so dass die Räumlichkeiten in St. Wigbert leergezogen und verkauft werden sollten.

Schaffung von Wohnraum in der Innenstadt
Im Dezember 2011 beschlossen die Stadtverordneten die Umnutzung des Geländes. Das Gebäude St. Wigbert sowie vier angrenzende Neubauten nehmen heute 23 Wohnungen für unterschiedliche Generationen zwischen 52 und 120 qm auf. Alle Wohnungen sind per Fahrstuhl erreichbar, damit sie auch für ältere Menschen nutzbar sind. Der Altbau wurde kernsaniert und weitestgehend behindertengerecht umgebaut. Dazu gehören neben dem Fahrstuhl extra breite Türen und Duschen, die man auch mit einem Rollstuhl befahren kann. Neben den Wohnungen sind auch zwei Arztpraxen angeordnet.

Bewohnt werden die begehrten und attraktiven Wohnungen sowohl von jungen Familien (in unmittelbarer Nähe befindet sich die KITA St. Martin) als auch von älteren Menschen, die die fußläufige Verbindung zur Kernstadt mit ihrer Infrastruktur schätzen und bewusst diesen Standort gewählt haben. Aufgrund der besonderen Bodenverhältnisse an der Hangkante erfolgte eine sehr tiefe Gründung ca. 3 m unterhalb der ursprünglich geplanten Fundamentierung.

Einem Abriss entronnen
Die Villa Buttlar, die ebenfalls auf dem Gelände steht, wurde zum Ärzte- und Operationszentrum umgebaut, ergänzt um einen Fahrstuhl für Liegend-Transporte. Auch der Schulhof an der St. Wigbert-Straße, an dem das Herz vieler Fritzlarer hängt, konnte erhalten werden.

Vorher war man von einem Abriss des Gebäudebestandes ausgegangen. Eine Investorengemeinschaft setzte jedoch auf den weitgehenden Erhalt sowie Ergänzungsbauten, die sich mit ihrer Architektur in das städtebauliche Bild der Fritzlarer Kernstadt einfügen. Planung und Durchführung wurden eng mit der Denkmalpflege abgestimmt. Nun prägt das Gebäudeensemble die westliche Seite der Innenstadt unmittelbar am historischen Frauenturm. Der Ausblick aus den Wohnungen nach Südwesten in das Edertal ist besonders beeindruckend und einzigartig.

Insgesamt ist somit ein weit in die Geschichte zurückreichendes Stück Stadt für die Zukunft transformiert worden. Das Ensemble weist für seine Bewohner eine hohe Lebensqualität und funktionale Nutzbarkeit bis ins hohe Alter auf. So ist zusammen mit der benachbarten „Villa Buttlar“ ein schlüssiger neuer Stadtbaustein entstanden, der zur Gestalt und Lebendigkeit des historischen Stadtkerns beiträgt.

Drachenburg

Östlich des Doms St. Peter in der Titusgasse am südlichen Rand der Kernstadt befindet sich das im Volksmund „Drachenburg“ genannte Gebäude, das um 1900 als private Villa Faupel errichtet wurde. In jüngerer Zeit erwarb die Stiftung des Fritzlarer Hospitals zum Heiligen Geist das repräsentative Gebäude, um Wohnungen für Bedienstete darin einzurichten, was jedoch an den Sanierungskosten scheiterte. Schließlich erwarb die DGS die Liegenschaft, eine lokale Investorengemeinschaft, die auch das Projekt St. Wigbert umgesetzt hat. In Fritzlar besteht aktuell ein Bedarf an Wohnungen in der Kernstadt, auch im etwas gehobeneren Segment, so dass die Investition Erfolg versprach. Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten sowie Arztpraxen sind fußläufig erreichbar, was die Lage zusätzlich sehr attraktiv macht.

Ruhig und idyllisch – mitten in der Innenstadt
Das Konzept sah vor, westlich der Villa einen Anbau als Neubau quasi als Verlängerung des Bestandsgebäudes zu ergänzen. In jeder der drei Etagen entstanden 3-4 Wohnungen sowie zwei Wohnungen im Dachgeschoss. Die Größen variieren zwischen 65 und 200 qm. Ein neues Treppenhaus mit Aufzug zwischen Alt- und Neubau erschließen die Wohnungen zusätzlich zum erhaltenen historischen Aufgang.

Zwischen Pfarramt und dem neuen Anbau an der Drachenburg ist eine Zufahrt zu den überdachten und begrünten PKW-Stellplätze entstanden. Der historische Keller nimmt Abstell- und Technikräume sowie einen Hauswirtschaftsraum auf. Hier befindet sich auch der Lagerraum für die Holzpelletsheizung.

Die Lage ist mit wenigen Metern zum Marktplatz zentral, zugleich ruhig und die Nachbarschaft fast idyllisch. Die Aussicht von den Balkonen, Loggien und Terrassen nach Süden ins Edertal ist unverbaubar. Der Erhalt bauzeitlicher Substanz und vieler Stilelemente sowie eine Raumhöhe von 3 Metern auch im Neubau machen die besondere Atmosphäre aus. Der allergrößte Teil der Wohnungen war verkauft, bevor der Baukran aufgestellt wurde.

Begehrte Wohnungen
Die Wohnungen erzeugen überregionales Interesse, da über die A 49, die Bahn und den Busbahnhof eine sehr gute Anbindung nach Kassel, Marburg und umliegende Gemeinden besteht. Große Arbeitgeber in der Region, wie z.B. VW in Baunatal oder auch Braun Melsungen sind gut erreichbar. Aber auch Fritzlar selbst bietet als großer Verwaltungs- und Schulstandort mit eigenem Krankenhaus attraktive Arbeitsplätze. Zusätzliche PKW sind in der historischen Innenstadt jedoch ein wachsendes Problem. Kurze Wege zu wichtigen Einrichtungen machen es möglich, dass pro Haushalt nur ein PKW untergebracht werden muss. In ländlichen Regionen sind zwei und mehr Autos pro Haushalt keine Seltenheit.

Wie bereits beim Projekt St. Wigbert sind hochwertige Wohnungen für neue Nachfragergruppen entstanden, für die das Flair der historischen Kernstadt, das dortige Lebensgefühl und die besondere Atmosphäre des Denkmals Drachenburg eine größere Bedeutung haben, als der eigene Garten im Einfamilienhausgebiet.

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